09.01.2020

Deutsch-jüdisches Kulturerbe weltweit sichten und sichern

Kulturelles Erbe


Unter dem Motto »Das deutsch-jüdische Kulturerbe sichern« betreibt die Moses Mendelssohn Stiftung in Kooperation mit dem Moses Mendelssohn Zentrum, dem Fraunhofer Institut (IPK) und weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen ein weltweit weitreichendes wissenschaftliches Projekt, welches das Erkennen, Erfassen und Bewahren von kulturellem Erbe des deutschsprachigen Judentums sowohl in ihren Herkunfts- als auch in den Auswanderungsländern zum Ziel hat.

Der Begriff »Kulturerbe« bezieht sich dabei nicht nur auf Bestände in Archiven, Bibliotheken und Museen, sondern auch auf private Nachlässe, immobile Zeugnisse sowie tradierte Überlieferungen, die von dem wechselseitigen Einfluss von säkularer Bildung und religiösen Traditionen im einstigen Herkunftsland sowie in den späteren Einwanderungsländern erzählen. 

Dafür werden in den Emigrationsländern (Forschungsschwerpunkt Lateinamerika) in Kooperation mit den Deutschen Botschaften vor Ort ehemige deutsch-jüdische Immigranten eingeladen über Ihre Fluchtgeschichte und ihnen wichtige Objekte aus der einstigen Heimat zu sprechen. [siehe Abbildungen: Lothar Rosenbaum präsentiert ein Küchenutensil, das seine Mutter 1938 aus Deutschland mit nach Lima (Peru) mitgebracht hat und das bis heute in Gebrauch ist (aufgenommen in der Jüdichen Gemeinde von Lima, Juni 2017) / Treffen in der Residenz des deutschen Botschafters in La Paz (Bolivien) Juni 2017]

Das Forschungsprojekt unter der Leitung von Dr. Elke-Vera Kotowski möchte nicht nur Informationen sammeln, sondern hat das Ziel, einen auf lange Sicht hin nachhaltigen Umgang mit dem erworbenen Wissen zu sichern und damit ein Bewusstsein für ein deutsch-jüdisches Kulturerbe zu schaffen und nachfolgenden Generationen einen einfachen Zugang zu Informationsquellen zu ermöglichen.